Hier nachfolgend die abgespeckte Kopie des Original-Artikels vom 23.06.2003:

Aktueller Stand der SMiRT-Dinge

Coopers offizielles Comeback nach 35 Jahren!

Das 24h-Rennen 2003 erlebte Coopers Comeback im internationalen Motorsport! Wir trafen den Sohn des legendären John Cooper und jetzigen Direktor der Cooper Car Company, Mike Cooper, am Nürburgring.

Mr. Mike Cooper, ich freue mich sehr, mit Ihnen heute sprechen zu können, denn der Name Cooper hat seinen festen Platz in der Geschichte des Motorsports. Das gilt speziell die Formel1 Ausgangs der 50er und in den 60er Jahren und den Auftritt privat eingesetzter Minis bei der Rallye Monte Carlo in den 70er Jahren. Was sind Ihre Eindrücke von der „Grünen Hölle“?

Mike Cooper: Nun, zuerst einmal ist es ohne jeden Zweifel die herrlichste Rennstrecke der Welt! Es ist einfach fantastisch! Ich erinnere mich, wie ich im Alter von 12 Jahren mit meinem Vater (Red.: John Cooper) zum Nürburgring kam, als Jochen Rindt im Cooper-Maserati für uns fuhr. Das sind wirklich Erinnerungen für die Ewigkeit.

Wie Sie mit Sicherheit erwartet haben gibt es mehr als nur ein paar Racing-Fans, die mehr über die Idee hinter dem offiziellen Comeback von Cooper im internationalen Motorsport seit – ich glaube Monaco 1969 – erfahren möchten.

Mike Cooper: Um genau zu sein, wurde der Cooper 1969 privat eingesetzt. Die Cooper Car Company nahm offiziell zum letzten Mal in der Saison 1968 in der Formel1 teil – und es war Pedro Rodriguez, der für uns den letzten Sieg eingefahren hat. Nun, wie Sie wissen haben wir in England die John-Cooper-Challenge, eine Rennserie speziell für die Minis. Nächstes Jahr sind wir mit der 200 PS-Version in der John Cooper ´S´Works-Series und wir wollten unser Auto hier am Nürburgring dem mit Abstand härtesten Test unterziehen – dem 24h-Rennen.

Wie bereits im Vorgespräch erwähnt konnten Sie den privaten Einsatz des original Mini Cooper mit Rover Motor aus den 60ern (Nr. 157 vom Team Walter Kaufmann) beobachten. Hatten Sie schon Gelegenheit, ihn sich genauer anzusehen?

Mike Cooper: Ja sicher. Ich war sehr angetan davon, einen klassischen Mini aus den 60ern hier zu entdecken – und zu sehen wie er läuft ... und läuft ... und läuft ... und durchhält. Das sagt eine Menge über die alten Minis aus. Fantastisch.

Was halten Sie generell von der Idee eines 24h-Rennens mit Profi-Rennfahrern der Spitzenklasse und Amateur-Rennsportlern, mit reinrassigen und speziellen Rennwagen und privat getunten Fahrzeugen auf ein und derselben Strecke?

Mike Cooper: Das ist einzigartig. Als ich Samstag früh ankam dachte ich, es ist das totale Chaos. 180 Teams in 30 Boxen – unglaublich! Aber man merkt sehr schnell, wie hilfsbereit alle hier sind, wenn man sich mal etwas ausborgen muss, oder so. Es ist fast wie in den alten Tagen als mein Vater noch dabei war. Alle arbeiten zusammen, alle helfen sich gegenseitig. Mein Vater ging immer zu Colin Chapman (Red.: Lotus) um sich Ersatzteile zu leihen. Das zeichnet die Atmosphäre hier aus und macht sie so fantastisch.

Fahrer aus England stellen die grösste ausländische Teilnehmergruppe. Wie sieht es mit dem Interesse der englischen Massenmedien am 24h-Rennen auf dem Nürburgring aus?

Mike Cooper: Nun ja, wir haben die Formel1, die Britische Tourenwagen Meisterschaft (BTCC) und Rallye, aber es ist generell schon bedauerlich, dass das rennen nicht zumindest in Teilen live übertragen wird, denn es ist unglaublich aufregend. Es gibt solch eine Fülle an unterschiedlichen Motiven, ich mein allein in der Nacht, die Partys, das Feuerwerk, hie ist so viel los. Ich habe Leute gefragt, ob das hier mit Le Mans vergleichbar ist. Alle sagten: Nein, der Nürburgring ist viel besser als Le Mans.

Vieles von dem, was Sie fasziniert entspricht weitestgehend dem positiven Klischee derer, die man früher im Motorsport als die „Englischen Bastler“, die unermüdlich in ihren kleinen Garagen an den Fahrzeugen gebastelt haben, bezeichnet hat. Glauben Sie, dass das Konzept des 24h-Rennens, wie es hier am Nürburgring umgesetzt wird, auch in England realisierbar wäre?

Mike Cooper: In England – dem Mutterland des Motorsports – haben wir eine Menge fantastischer Rennstrecken, wie Brands Hatch oder Silverstone. Das sind aber alles Kurzstrecken. Nirgendwo sonst kann man 180 Rennwagen gleichzeitig auf einem Kurs fahren lassen. Das ist einzigartig und Sie sollten sich glücklich schätzen, eine Strecke wie den Nürburgring zu haben.

Was können wir von Cooper – sportlich gesehen – in der Zukunft erwarten? Ist es nur eine einzelne Veranstaltung, ein Test für den neuen Mini, oder ist es möglich, dass wir Cooper demnächst wieder längerfristig im Motorsport sehen. Vielleicht in anderen Serien, vielleicht im Rallye-Sport?

Mike Cooper: Oh ja, ich hab den Motorsport-Virus! Ich will unbedingt weitermachen. Wir wollen mit dem neuen Mini alles erreichen was man irgendwo erreichen kann. Für das 24h-Rennen war die Devise: Ankommen. (Red.: Platz 119, Platz 8 in der Klasse A4) Nächstes Jahr wollen wir eine gute Platzierung erreichen.

Das bedeutet, Sie bzw. die Cooper Car Company kommen 2004 definitiv wieder zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring?

Mike Cooper: Absolut, ja!

Mr. Mike Cooper, vielen Dank für das Interview.
(Übersetzung: N.D.)

Aktueller Stand der SMiRT-Dinge

13.07.2008, url of this page: http://www.miniweb.ch/smirt/mike_cooper2003.html